Beim diesjährigen Ischgl Ironbike, einem Klassiker im Jahreskalender der Mountainbiker, war YoungGun Philip für uns am Start. Nachfolgend könnt Ihr seinen persönlichen Rennbericht über die 3 Renntage in Ischgl nachlesen. Viel Spaß dabei!

Vor 6 Jahren konnte ich als Juniorenfahrer meinen ersten Marathon über die Kurzdistanz beim Ischgl Ironbike gewinnen. Seitdem ist dieses Event für mich persönlich Pflichttermin im Rennkalender. Seit letztem Jahr wird im Rahmen dieses Klassikers auch ein UCI S2 Stagerace ausgetragen, welches mit einem kurzen Prolog, einem 1.000 Höhenmeter langen Hillclimb, einem anspruchsvollen Shorttrack und einem noch schwierigeren Marathon mit 76 km und stolzen 3.700 Höhenmetern nicht vielseitiger gestaltet werden kann.

Am ersten Tag stand ein 7 km langes Einzelzeitfahren am Programm. Kurz gesagt, musste man einfach 15 Minuten einmal richtig auf den Putz hauen. Ich gab meinen Sprintqualitäten einmal mehr die Chance, sich zu beweisen. Leider wurde sie ein weiteres Mal verpasst und ich landete auf den hinteren Rängen. Zum Glück verliert man bei einer so kurzen Renndauer nicht viel Zeit für die Gesamtwertung.

Der nächste Tag begann entspannt, schließlich war die Startzeit des Hillclimbs erst 20:45 Uhr. Eine perfekte Zeit! Zumindest um zu Bett zu gehen. Aber ein Rennen bei Flutlicht hat schon auch eine ganz besondere Atmosphäre. So konnte der Vormittag für eine Streckenbesichtigung genutzt werden. Gegen Abend schmiss man sich aber erneut in die Radklamotten und stellte sich bei Abendröte an die Startlinie. Der Start war sehr schnell und ich hatte bis zum ersten Flachstück um die 400 Watt am Wattmessgerät stehen. Zu viel, wie sich dann rasch herausstellte und ich zog ein Parkticket bis zum Ziel auf der Idalp. Bitter, da ich doch einiges an Boden in der Gesamtwertung verlor.

Tag 3. Was heute auf Menü stand? Ein fieser Shorttrack, mit viel Asphalt und einem knackigen Anstieg mit rund 80 hm. Die Startzeit war auch hier mit 19:15 Uhr ziemlich spät, vor allem wenn man bedenkt, dass am Folgetag der Marathon um 8:00 Uhr startet. Daher musste man abwägen, wie viel man hier investiert und wie viele Körner man sich besser aufspart. Dadurch, dass die Beine an den beiden Vortagen nicht so richtig rund liefen, entschied ich mich nicht über die Schwelle zu gehen. Trotz dieser defensiven Fahrweise hielt sich der Rückstand in Grenzen, aber gleichzeitig konnte ich mir viel Energie sparen. In der Gesamtwertung war ich nun 27. bei einem 35 Mann großen Startfeld nicht wirklich zufriedenstellend, vor allem da mein Ziel die Top 20 waren, um ein paar UCI Punkte einzufahren. Doch ich wusste, dass viel entscheidender der anstehende Marathon war und auf den war ich schon richtig heiß.

So klingelte um 5:30 Uhr schon der Wecker. Nach einem guten Frühstück und einer kurzen Aufwärmrunde standen wir zum 4. Mal an der Startlinie, aber diesmal dauerte das Rennen deutlich länger als nur 30 Minuten. Vom Start weg wurde auf den ersten flachen Kilometern das Tempo hoch gehalten. Der erste längere Anstieg wurde aber einigermaßen gemäßigt gefahren und auch auf dem Weg zurück nach Ischgl war ich noch in der ersten Gruppe dabei. Mit dem Aufstieg zur Idalp ging das Rennen aber dann richtig los und ich versuchte einfach schön meinen Rhythmus zu fahren. Es war vielmehr ein Rennen gegen sich selbst und die Strecke mit ihren 20% als gegen die Mitstreiter. Die ganze Angelegenheit wurde durch ein Aprilwetter mit ständigem Wechsel zwischen Regen und Sonnenschein nicht gerade erleichtert. Nachdem Samnaun erreicht wurde folgte der letzte lange Anstieg zurück zum Idjoch. Hier waren Rampe mit weit mehr als 20% zu bewältigen, doch die ganzen Schindereien wurden mit einem imposantem Bergpanorama entschädigt. Schlussendlich konnte ich in der Tageswertung noch den 12. Rang erreichen und rückte in der Gesamtwertung immerhin noch auf den 17. Platz vor. Der Tourismusverband Ischgl organisierte hier zum 25. Mal eine richtig tolle Veranstaltung und ich freue mich schon jetzt auf das 26. Mal im kommenden Jahr 2020.