Die kontinuierliche Aufwärtsentwicklung von Steffi Dohrn hält an. Bei den Europameisterschaften im MTB-Marathon in Norwegen erreichte sie mit Platz 10 in der Damen-Elite-Klasse ein Top-Ergebnis.

Das Rennen über 70 km und 1800 Höhenmetern fand ca. 100 km nördlich von Lillehammer am Nationalpark von Rondane statt. Es ist eine karge, bergige Landschaft, die viele norwegische Dichter inspiriert hat, z. B. Hendrik Ibsen zu seinem dramatischen Gedicht Peer Gynt. Zum Mountainbiken ist es ein schwieriges, steiniges Terrain, ganz anders als das heimatliche Trainingsgebiet von Steffi, das Bergische Land. Bei Temperaturen um 10 °C bildete sich am längsten Anstieg von Kilometer fünf bis zwölf eine vierköpfige Spitzengruppe, unter anderem mit der italienischen Meisterin Mara Fumagalli, die sich am Ende als Europameisterin durchsetzte. Die Wege waren bergauf kaum befahrbar, häufig gab es Schiebepassagen. Steffi lag bis Kilometer 20 in einer Verfolgergruppe auf Platz sieben. In den schwierigen Abfahrten mit vielen scharfkantigen Felsen verlor sie einige Positionen. „Ich wollte nicht zu viel riskieren und es mir nicht mit einem Defekt vermasseln“, erläuterte Steffi.

Steffi fiel zwischenzeitlich auf Position 14 zurück, was immer noch ihr bisher bestes Ergebnis bei einer EM gewesen wäre. Aber es ging noch mehr und in den folgenden Anstiegen machte sie wieder Boden gut. „Da konnte ich noch mal richtig Gas geben“, so Steffi, der am Ende nur 30 Sekunden auf die EM-Dritte des Vorjahres, Ariane Lüthi aus der Schweiz, fehlten. „Platz zehn ist gut, ich bin sehr zufrieden“, bilanzierte Steffi, die noch vor der EM-Zweiten von 2017, der Österreicherin Angelika Tazreiter, ins Ziel kam. Dass der Mountainbike-Sport in vielen europäischen Ländern sehr beliebt ist, kann man auch an der Vielfalt im Ranking bei der Europameisterschaft ablesen: in den Top-10 befinden sich Fahrerinnen aus 10 verschiedenen Nationen.