Bei zwei außergewöhnlich langen Radmarathons waren Daniel und Philip am letzten Wochenende am Start. Beim Nationalpark Bike Marathon im Engadin sowie beim legendären Ötztaler Radmarathon sprangen ein zweiter Platz und eine neue persönliche Bestleistung für die beiden heraus.

Daniel Geismayr nur hauchdünn geschlagen beim Nationalpark Bikemarathon.

Das 137 Kilometer lange Rennen führt die Sportler von Scuol im Engadin einmal rund um den Schweizer Nationalpark. Knackige 4.100 Höhenmeter heißt es dabei zu überwinden. In einem eher unspektakulären Rennen, wie Daniel im Ziel selbst zu Protokoll gab, fuhr er lange Zeit Seite an Seite mit dem späteren Sieger aus der Schweiz, Urs Huber, dem er sich letztlich nur im Zielsprint knapp geschlagen geben musste.

Ötztaler Radmarathon – Philips persönlicher Rennbericht

…es fehlten noch rund 700 Höhenmetern. Ich war auf Rang 8 unterwegs und somit war für mich zum ersten Mal eine Top 10 Platzierung in greifbarer Nähe. Dann kam der Mann mit dem Hammer und ich überquerte nach 7:27 h als 16. das Ziel in Sölden. So verlief der Ötztaler Radmarathon im vergangenen Jahr für mich. Das Ziel für heuer war deshalb klar und ich wollte unbedingt unter den ersten 10 die Ziellinie überqueren. Hierfür musste ich bei den Traumbedingungen heuer eine Zeit von ca. 7:10 h anpeilen.

6:15 Uhr – die Sonne tauchte langsam über die Ötztaler Alpen auf und die Startblöcke waren schon fast vollständig gefüllt. Die Wetterprognose war optimal und versprach angenehme Temperaturen und keinen Regen. Ein gutes Zeichen, wenn man einen langen Tag im Sattel vor sich hat. Um 6:45 Uhr war es dann endlich soweit und der 39. Ötztaler Radmarathon wurde gestartet und 4.000 Hobbysportler starteten gemeinsam mit Ex-Profis, aber auch Topleuten aus dem Mountainbike Sport wie Alban Lakata und Roel Paulissen.

Die ersten Kilometer gingen leicht bergab nach Ötz. Hier musste man richtig achtsam fahren, um in der großen Gruppe keinen Sturz zu reißen. Da freut man sich tatsächlich, wenn der Aufstieg ins Kühtai beginnt, auch wenn hier das Tempo trotz der frühen Rennphase schon richtig sportlich ist. Es gingen aber keine Attacken und wir erreichten geschlossen in einer rund 80 Mann großen Gruppe den ersten Berg. Um besser vom Windschatten in der folgenden Abfahrt profitieren zu können, ließ ich mich auf Position 30 zurückfallen. Dies stellte sich aber rasch als Fehler heraus, da sich völlig unerwartet eine 15 Mann Gruppe löste und innerhalb kürzester Zeit 2 Minuten Vorsprung herausgefahren ist. In unserer Gruppe wurde auf dem Weg zur Staatsgrenze am Brenner alles versucht, um wieder aufschließen zu können, aber gegen die Harmonie und perfekte Zusammenarbeit der Ausreißer konnte nichts entgegengesetzt werden und so starteten 2 Topfavoriten mit einem guten Vorsprung in den Jaufenpass.

Dort merkte ich aber schon, dass ich in der hektischen ersten Rennhälfte etwas aufs Verpflegen vergaß und kurz etwas blau ging. Ungünstiger Zeitpunkt für einen Anfängerfehler und so hatte ich am dritten Berg ziemlich an Boden verloren und überquerte nur als 40. den Jaufenpass. Das gesteckte Ziel von Top 10 hatte ich schon fast vollständig abgeschrieben, aber ein Blick auf die Uhr brachte mich ins Stutzen. Ich war über 10 Minuten schneller als meine Marschtabelle für 7:10 und so war die Motivation zumindest eine gute Zeit zu fahren noch voll da.

In St. Leonhard angekommen wartete mit dem Timmelsjoch noch die härteste Prüfung auf uns. Ich konnte mich in der Abfahrt wieder etwas fangen und machte noch bis zur letzten Labestation über 10 Platzierungen gut und war auch noch gut in der Zeit für meine Zielzeit. Dann kam der Punkt, wo ich letztes Jahr den Parkschein zog. Die letzten Kehren, sind immer wieder imposant. Heuer war ich aber noch in einer besseren Verfassung, zwar nicht mehr in einer sonderlich guten, aber für Ötztaler Verhältnisse noch ziemlich gut. Wir waren zu dritt unterwegs und es wurde nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander gegen den Berg gefahren. Schließlich erreichten wir die Passhöhe und es fehlte nur mehr die Abfahrt hinunter nach Sölden. Wobei „nur mehr“ relativ zu betrachten ist, wenn man völlig am Ende ist und sogar eine Abfahrt ziemlich schlauchen kann. Die Zeit von 7:10 h konnte ich erreichen, war aber schon ziemlich fertig, wie hoch das Niveau heuer war, wenn man bedenkt, dass die Rekordzeit der letzten Jahre mit 6:47 h pulverisiert wurde.

Rückblickend war es aber wieder ein richtiges Erlebnis beim Heimrennen am Start zu stehen und vor allem die Rennatmosphäre hier ist schon etwas besonderes. Ich hatte ein paar Anfängerfehler gemacht und mein Ziel von den Top 10 leider nicht erreicht, aber es fehlen schließlich nur mehr 364 Tage bis zur nächsten Chance.

Bereits am Wochenende davor war Philip beim Arlberger Bike Marathin gestartet und hatte hier den dritten Platz belegt.